Zur kreativen Bildgestaltung

Mit Hilfe der Fotografie sollten eigene Empfindungen, Sichtweisen und Eindrücke formuliert werden:

  • sehen Sie die Welt aus anderen Perspektive und erschließen Sie neue Blickwinkel
  • achten Sie auf Details und trainieren Sie Ihre Beobachtungsgabe
  • erschließen Sie neue Horizonte
  • konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche und verzichten Sie auf schmückendes Beiwerk
  • betrachten Sie die Welt auch einmal in unterschiedlichstem Licht und entdecken bisher für Sie verborgene Welten
  • überwinden Sie eigene Grenzen, legen schöpferische Kräfte frei und steigern damit die intellektuelle Denkfähigkeit

Welche Objekte gestaltet werden und wie sie gestaltet werden, welcher Ausschnitt gewählt wird - das sind die Entscheidungen, die von Ihnen selbst getroffen werden. Das zukünftige Bild ist in der Natur schon vorhanden, es bedarf aber der Transformation durch den Menschen, um das Bild zum Leben zu erwecken.

Dabei empfehle ich Ihnen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und alles Unwichtige weg zu lassen. Alles, was das Motiv nicht unterstützt, ist für Ihr Bild nicht notwendig.

Das Sehen mit der Kamera

Unser Medium für die Auseinandersetzung mit der Bildgestaltung in unseren Fotoworkshops ist die Fotografie.

Erst kommt die Gestaltung dann die Technik. Die Technik ist dabei kein Selbstzweck sondern ausschließlich Mittel zum Zweck.

Vor einer Aufnahme sollte immer eine bewusste, gezielte Entscheidung gefällt werden:

  1. Was will ich aussagen, wie ist die Bildaussage?
  2. Was unterstreicht die Bildaussage?
  3. Was lasse ich lieber weg? Was lenkt ab?
  4. polarisieren Sie mit Ihrer Fotografie
  5. stärken Sie motivrelevante Bildinhalte
  6. nehmen Sie wichtige Dinge größer auf
  7. gehen Sie näher ans Motiv ran

Der größte Fehler ist immer die Angst vor dem Motiv

Der Fotograf beeinflusst sein Motiv erheblich mit der Wahl des Bildausschnittes. Ein Bild wird umso authentischer und unmittelbarer, je näher der Fotograf an sein Objekt herangeht.

Es entwickelt sich in gewissem Sinne eine intime Beziehung zwischen Fotograf und Objekt. An anderer Stelle sprechen wir hier von einer meditativen Situation.

Ähnlich wird es dem Betrachter gehen. Er wird mit dem Objekt unwillkürlich eine Beziehung aufbauen. Ob gut oder schlecht, ist dabei irrelevant.

Wird man z. B. von einem sehr eng geschnittenen Portrait aus großen Augen angeblickt, kann man sich dem nicht entziehen. Der Betrachter wird plötzlich zum Betroffenen! Auf emotionale Weise zwingen wir den Betrachter sich mit dem Bild auseinanderzusetzen, er kann sich nicht entziehen. Mit zunehmender Entfernung wird das Motiv aber vom Betrachter entrückt. Es entsteht eine gewisse Distanz.

Der Betrachter hat jetzt die Möglichkeit das Objekt in seiner Umgebung wahrzunehmen. Je mehr man aber sein Objekt aus seiner Umgebung herauslöst, seiner gewohnten Umgebung beraubt, umso höher der Grad der Abstraktion. Ein wunderbares Stilmittel der künstlerischen Gestaltung.

Der harte Anschnitt wird so zu einem imaginären Instrument welches zwischen Bild und Betrachter eine intime Atmosphäre erzeugt.

Bekannt aus